+++ Februar 2026 +++
Vier Jahre Ukraine-Nothilfe
Vier Jahre nach der Eskalation der Gewalt ist die humanitäre Lage weiterhin dramatisch. „Vier Jahre Krieg bedeuten vier Jahre Angst, Verlust und Unsicherheit für Millionen Familien. Besonders Kinder und ältere Menschen leiden unter den ständigen Angriffen, Stromausfällen und der Zerstörung lebenswichtiger Infrastruktur“, betont Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt.
Der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland hat die größte humanitäre Krise Europas seit dem Zweiten Weltkrieg ausgelöst. Nach Angaben des UN-Hilfswerks UNHCR sind weiterhin rund 5,7 Millionen ukrainische Flüchtlinge außerhalb des Landes registriert, während Millionen Menschen innerhalb der Ukraine als Binnenvertriebene leben. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass auch im Jahr 2026 mehr als 10 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen sind.
Wichtige Hilfe seit Kriegsbeginn
Jugend Eine Welt reagierte unmittelbar nach Kriegsbeginn im Februar 2022 mit akuter Nothilfe in der Ukraine sowie in den angrenzenden Ländern Republik Moldau, Rumänien, Polen und Slowakei. Neben der Grundversorgung liegt der Fokus der Hilfsmaßnahmen zunehmend auf psychosozialer Hilfe für traumatisierte Kinder und Jugendliche. Betreuungsangebote, Lernprogramme und geschützte Räume ermöglichen jungen Menschen bis heute zumindest zeitweise Stabilität im Kriegsalltag. Zudem erfährt das UNBROKEN National Rehabilitationszentrum in Lviv durch Jugend Eine Welt wichtige Unterstützung, wo nicht nur Prothesen für Kriegsversehrte angepasst, sondern auch hergestellt werden. Weiters widmet sich das Zentrum auch der physischen, psychologischen und psychosozialen Rehabilitation von verletzten Militärangehörigen und Zivilpersonen.
Bitte lassen Sie die Menschen nicht im Stich!
„Keiner bei uns in Österreich kann sich vorstellen, welch unfassbares Leid die Menschen in der Ukraine seit vier Jahren ertragen müssen. Durch die andauernden Angriffe von Russland haben sie keine Chance zur Ruhe zu kommen. Gleichzeitig sind sie von der Zerstörung kritischer Infrastruktur in ihrer Umgebung direkt betroffen. Viele haben keinen Strom, können ihr meist schon ohnehin beschädigtes Zuhause nicht mehr heizen und frieren“, erzählt Heiserer. Der Bedarf an Stromgeneratoren und Feuerholz sowie Lebensmittelunterstützung ist daher so groß wie nie. „Bitte lassen Sie die Menschen nicht im Stich. Sie erleben in der Ukraine den kältesten Winter seit Kriegsbeginn, mit konstanten Temperaturen unter null. Schenken Sie mit Ihrer Spende ein wenig Wärme und Hoffnung“, appelliert Heiserer abschließend.
+++ Februar 2025 +++
Jugend Eine Welt hilft mit Partnerinnen vor Ort
Der Krieg in der Ukraine dauert weiter an – und mit ihm die Not der Menschen. Tausende leben unter prekären Bedingungen, ihre Häuser sind durch die Bombenangriffe teils stark beschädigt. Manchen Wohnungen sind gar nicht mehr bewohnbar, bei anderen wurden die zerbrochenen Fensterscheiben provisorisch repariert.
„Gemeinsam mit unseren Projektpartnerinnen, den Don Bosco Schwestern, hilft Jugend Eine Welt täglich Binnenvertriebenen und bedürftigen Menschen. Wir verteilen Lebensmittelpakete sowie Winterbekleidung und bieten Kindern einen geschützten Raum“, erklärt Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt. „Die Kinder finden somit nicht nur einen warmen Ort, sondern auch Trost, Spielmöglichkeiten und Bildung. Ohne diese so wichtigen Angebote wären viele Familien auf sich allein gestellt – in einer Situation, die für uns in Österreich kaum vorstellbar ist“, so Heiserer weiter.
Neben der Unterstützung für das Kinderspital in Odessa – Jugend Eine Welt lieferte u.a. dringend benötigte Medikamente, medizinische Artikel sowie Geräte für die Frühgeborenen-Station – versorgt Jugend Eine Welt auch tausende Menschen mit Nahrungsmitteln, Kleidung und anderen lebenswichtigen Sachgütern. Darüber hinaus stellte Jugend Eine Welt in den vergangenen drei Jahren der Bevölkerung Feuerholz zur Verfügung, um Häuser und Wohnungen während der kalten Wintermonate zumindest ein wenig heizen zu können. Zusätzlich dienen angelieferte Generatoren als ergänzende Energiequellen, sobald die Stromversorgung aufgrund russischer Angriffe zusammenbricht.
+++ November 2024 +++
Spiel, Spaß und Lernen – Hilfe für ukrainische Flüchtlingskinder in der Slowakei
Mit Unterstützung durch Jugend Eine Welt haben die Don Bosco Schwestern gemeinsam mit vielen Freiwilligen aus der „salesianischen Familie“ ein großartiges Betreuungsprogramm aufgebaut.
Gemeinsam spielen, musizieren, sporteln, Ausflüge machen und lernen. Es ist eine Fülle an Aktivitäten, die die große „salesianische Familie“ in der Slowakei – allen voran die Don Bosco Schwestern – den vielen in das Nachbarland geflüchteten ukrainischen Kindern und Jugendlichen anbietet. Ziel aller Bemühungen ist es, die Integration der Flüchtlingskinder in der Slowakei zu unterstützen, ihr körperliches, geistiges, emotionales und soziales Wohlbefinden zu verbessern. Weil eines dürfte leider in absehbarer Zeit für sie nicht möglich sein – die Rückkehr in die ukrainische Heimat.
Schon bei Ausbruch des Ukrainekrieges im Februar 2022 haben sich die Don Bosco Schwestern in der Slowakei um aus der Ukraine geflüchtete Kinder und ihre Mütter gekümmert. Dank vieler freiwilliger Helfer von Domka (dem salesianischen Jugendverband), der FMA-Organisation VIDES Slowakia und der Flüchtlingsinitiative Mareena sowie durch finanzielle Unterstützung von Jugend Eine Welt konnte das Angebot ab 2023 erweitert werden. Nun ist eine dauerhafte Verlängerung des gesamten Betreuungs-Projektes geplant.
Gemeinschaftsgefühl stärken
Örtliche Schwerpunkte der Betreuung der Kinder sind das große Flüchtlingscamp in Gabčíkovo, die Hauptstadt Bratislava und Prešov in der Ostslowakei. Das ganze Schuljahr über besuchten etwa extra zuvor geschulte Freiwillige zweimal wöchentlich das Wohnheim in Gabčíkovo, wo an die 250 ukrainische Kinder und Jugendliche leben. Sport-, Kunst- und Musikclubs wurden da organisiert wie diverse Bildungsaktivitäten gesetzt. Je nach Jahreszeit wird im Freien oder im Haus gespielt. Einmal im Monat werden eintägige Ausflüge zu verschiedenen Orten, etwa in Bratislava, unternommen. All diese regelmäßigen Aktivitäten geben den jungen Menschen Stabilität im Alltagsleben, ermöglichen den Austausch mit Gleichaltrigen – auch slowakischen Jugendlichen – und neue Freundschaften werden so geschlossen. Die freiwilligen Helfer ermutigen die Kinder, Slowakisch zu sprechen und helfen ihnen beim Spracherwerb durch lockere Gespräche, dem Erzählen von Geschichten und natürlich mit diversen Spielen.
In den Sommermonaten wurden für die Kinder und Jugendlichen in Bratislava, Nová Lehota und Prešov Sommercamps veranstaltet, mit dabei waren da auch slowakische Jugendliche. Die vielen gemeinschaftlichen Aktionen wie Workshops, Spiele und Ausflügen etwa zur Burg Devín, verbunden mit einer Schifffahrt auf der Donau, hatten alle TeilnehmerInnen viel Spaß und Freude bereitet. Zugleich wurde das Gemeinschaftsgefühl gestärkt und der respektvolle Umgang miteinander gefördert.
In Bratislava wurden ebenso regelmäßige Slowakischkurse gepaart mit „Spielzimmeraktivitäten“ abgehalten – gedacht insbesondere für die Mütter der Kinder, damit sich diese ebenfalls in ihrem neuen Leben in der Slowakei leichter zurechtfinden können.
Ausblick
Der anfängliche Enthusiasmus für die Flüchtlingshilfe in der Slowakei hat zwar generell nachgelassen, finanzielle und politische Herausforderungen wachsen an. Das gesamte Team ist trotzdem fest entschlossen, ihr toll laufendes Betreuungsprogramm für ukrainische Kinder und Mütter fortzusetzen und es mitunter auszudehnen. So sollen etwa die beschriebenen Aktivitäten in Gemeindezentren in der ganzen Slowakei angeboten werden. Denn eine Heimkehr in die Ukraine wird für viele der Flüchtlingskinder noch länger nicht erfolgen können – wenn es überhaupt einmal machbar sein wird.